28.05.2013

Unser Programm – Uni wie du willst

Wir glauben an euch und eure Fähigkeiten. Ihr entscheidet, wann, wo, wie lange und mit wem ihr am besten lernt, feiert, einkauft und euch informiert. Deshalb ist unser Motto auch in diesem Jahr konsequenterweise eines, das euch zutraut, euer Leben, euer Studium zu meistern: Uni wie du willst!

Lerne wann du willst.
Wir wollen dass ihr euch beim Lernen wohlfühlt. Die Uni soll eine Uni für alle sein.
Wir fordern konkret: die Ausweitung des Bibliotheksangebots, Vorlesung als Stream überall und jederzeit verfügbar, eine Karte für alles und auch bessere Kinderbetreuung auch nach 16 Uhr.

Geh feiern solange du willst.
Wir wollen mehr Nachtbusse unter der Woche. Das können wir durch einen täglichen stündlichen Sterntakt bis früh morgens erreichen.

Kauf ein wo du willst.
Wir wollen mehr Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten auf dem Campus etablieren. Dazu ist es wichtig, dass die Unileitung sich gesprächsbereit zeigt. Die Preise und die Qualität des Mensaessens zeigen, dass etwas Wettbewerb nicht schaden kann. Die Bäckerei am Forum zeigt wie es klappen kann.

Informier dich soviel du willst.
Wir wollen mehr Transparenz und Information in der Öffentlichkeitsarbeit der studentischen Gremien. Mit dem Livestream ist das Ziel noch lange nicht erreicht. Wir müssen mehr werben für uns und unsere Veranstaltungen als VS. Wir wollen alle registrierten HSGen auflisten und geförderte Projekte auflisten. Schließlich soll jeder Studi wissen, wohin sein Geld fließt.

Dafür setzen wir uns ein. Uni wie du willst.

Fragen und Antworten auf der Podiumsdiskussion am 28.05. (es gilt das gesprochene Wort). Eine Aufzeichnung findet ihr hier:

Wahl Spezial auf www.campus-mainz.net
Wie seht ihr die zukünftige Entwicklung im Feld Jogustine / Campusnet und JoGuCard vor allem im Hinblick auf Fragen des Datenschutzes und der Sicherung gegen Datenverlust?

Absolute Sicherheit werden wir nie erreichen können. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Deshalb müssen wir umso sorgfältiger vorgehen, wenn wir die Jogucard realisieren wollen. Andere Modelle wie beispielsweise die Goethecard können als Vorbild dienen. Dort kann man seine Karte z.B. bei Verlust sperren lassen und bei Bedarf wieder entsperren. Wir sollten den Schritt nicht scheuen, trotzdem aber immer den Datenschutz im Auge behalten, das gilt ebenso für die Campus-Portale.

Wie wollt ihr für mehr öffentliches Bewusstsein hinsichtlich der Arbeit der VS sorgen und wo seht ihr Möglichkeiten die Arbeit der VS transparenter zu gestalten?

Das Problem der niedrigen (Wahl)beteiligungen ist allgemein bekannt und lässt sich nur
lösen, wenn wir alle, fernab unserer Politischen Unterschiede und Differenzen
zusammenarbeiten und den Studis zeigen, warum es uns gibt, warum es ein Stupa, einen
AStA, eine VV gibt. Der Livestream ist sicherlich nur der Anfang und ein Teil des großen
Ganzen. Das wichtigste ist in meinen Augen die Verbesserung der Zugänglichkeit der Informationen über die VS, sprich zeitnahe Veröffentlichung aller Sitzungsunterlagen und Protokolle und also eine Art Barrierefreiheit für alle HoPo-Laien.

Wie würdet ihr als AStA die anstehende Reakkreditierung der Studiengänge begleiten?

Das Problem der Studiengänge liegt auf der Hand. Sie sind an der Wirklichkeit gescheitert. Dem können wir nur entgegentreten, wenn wir zeigen, dass wir an einer möglichst breiten Beteiligung vor allem der Betroffenen Studenten und Dozenten arbeiten, evaluieren und Umfragen durchführen und den Beteiligten selbst möglichst großen Entscheidungsspielraum geben.

Wie seht ihr das Verhältnis der Stadt Mainz zur Universität und insbesondere zur Studierendenschaft? Wie könnte der AStA Einfluss auf die Entwicklungen in der Stadt nehmen?

Man sollte hierbei nachdenken einen Studierendenbeirat beim Stadtrat einzurichten. Dazu müssen wir mit der Stadt sprechen und regen einen regelmäßigen Kontakt mit der Stadt an. Als größter Kunde der MVG sollten die Studis auch im dortigen Aufsichtsrat vertreten sein. Schließlich sind 22% des Fahrgastaufkommens der MVG wir Studis.

Was sollte das Ziel des AStA hinsichtlich der Frage der Wohnsituation sein? Wie könnte man diesem Ziel näherkommen?

Der Schlüssel zu einer guten Wohnsituation für Studenten liegt in der Anzahl der Einzimmerapartments.  Zwar werden im Gewerbegebiet Kisselberg demnächst 795 Einzelapartments für Studierende fertig gestellt und auch sonst in der Stadt vermehrt kleinere Wohnungen angeboten. Wieso der Bedarf dadurch im Vergleich zur eklatant höheren Anzahl an Studierenden plötzlich gedeckt sein soll, ist hingegen nicht ersichtlich“, es gilt, die Ressourcen im geplanten Ludwig-Bamberger-Haus in der Berliner Siedlung voll auszuschöpfen, anstatt sich auf der nur scheinbar angenommenen Entspannung der Situation auf dem Wohnungsmarkt auszuruhen und nur 143 statt 381 Apartments zu realisieren. Nicht nur Studierende sind auf eine weitere Ausweitung des Angebots kleinerer und bezahlbarer Wohnungen angewiesen, sondern letztlich auch Menschen mit niedrigem Einkommen, für die die Situation am Mainzer Wohnungsmarkt alles andere als aussichtsreich ist. Der Bedarf an kleinen Wohnungen und Einzimmerapartments ist nach wie vor hoch. Den Bau entsprechender Wohnungen jetzt zurückzufahren, wäre ein verheerender Rückschritt im Hinblick auf die weitere Entwicklung von Mainz als Studentenstadt.

Hochschulfinanzierung – ein massives Problem. Der Präsident hat mitteilen
müssen, dass der Globalhaushalt nicht einmal mehr die Stromkosten abdecken kann, so dass jetzt hierzu Gelder aus den FBs abgezogen werden müssen, die eigentlich für die Lehre gedacht waren. Wo seht ihr die aktuellen Probleme? Wie wollt ihr hier aktiv werden?

Die Uni sollte verstärkt in eigene Stromproduktion investieren (Kleinwindkraftanlagen, Solarthermie, Photovoltaik auf den Dächern). Ein weiterer Punkt ist Fundraising und die Aquise von Drittmitteln beispielsweise durch Hörsaalsponsoring oder Einnahmen aus der Verpachtung an Geschäfte, wie wir sie vorschlagen. Gerade in Situationen, in denen das Land kaum Geld fließen lässt muss die Uni zeigen, dass sie mit der Autonomie, die ihr zusteht, auch umgehen kann. Das Land sollte dann auch die Finger aus diesen Belangen lassen und Eigeninitiative fördern.

Wie sollte die Förderung von Studierenden im Bereich BaFöG und Stipendien weiter entwickelt werden? Was könnte der AStA hier tun?

Die aktuelle Ausgestaltung des BAföG ist ungerecht. Nicht nur dass Leistungsträger bestraft werden, da Mehreinkommen der Eltern und eigenes Vermögen negativ auf die Leistung angerechnet werden. Vielmehr noch führen die komplizierten und intransparenten Berechnungswege dazu, dass vielfach Personen, die auf eine Unterstützung durch BAföG angewiesen sind, durch das Raster fallen und die Einstufung der Förderungswürdigkeit geradezu beliebig wirkt. Die Vergabeverfahren müssen dringend verbessert werden. Lange Bearbeitungs- und Wartezeiten, die fehlende Umstellung auf BA-MA-Studiengänge all das führt weiterhin zu Verdruss. Weil Deutschland im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich wenige Stipendien
vergibt, wurde das Deutschlandstipendium ins Leben gerufen. Die Uni kann bis zu 1,5
Prozent der Studierenden fördern. Hier sollten wir die Universität darauf drängen ihrer
Vermittlerrolle gerecht zu werden und Private Geldgeber zu gewinnen.