12.05.2022

Pressemitteilung: LHG und FDP fordern kostenlose Periodenprodukte an Mainzer Hochschulen

David Dietz, der Mainzer FDP-Fraktionsvorsitzende und Katharina Lauterbach, die Vorsitzende der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) Mainz sprechen sich für kostenlose Hygieneartikel an den Mainzer Hochschulen aus.

„Menstruation ist ein Thema, das weltweit in etwa die Hälfte der Bevölkerung betrifft. Auch an den Mainzer Hochschulen ist dies der Fall. Für diese Studierenden ist der Gebrauch von Hygieneprodukten während der Menstruation genauso allgegenwärtig wie der Gebrauch von Klopapier oder Seife und aktuell Desinfektionsmittel. Dennoch müssen sich die Betroffenen selbst um die Versorgung mit den entsprechenden Menstruationsprodukten kümmern – und das muss sich ändern,“ so Dietz.

„Die Periode“, erklärt Katharina Lauterbach, „wird immer noch stigmatisiert, dabei ist sie für rund 60% der Studierenden an der Universität Mainz etwas ganz Natürliches. Die Berührungsängste, die insbesondere Männer mit dem Thema haben, müssen wir auch und gerade an den Hochschulen ernsthaft angehen“.

Euphemismen wie „Zeit des Monats“ oder „Erdbeerwoche“ zeigen, mit wie viel Stigmatisierung das Thema immer noch behaftet ist, insbesondere in der Kommunikation zwischen Männern und Frauen.

„Insbesondere an Hochschulen, wo viele junge Menschen zusammen kommen, müssen wir ansetzen. Diverse Universitäten und Hochschulen bieten auf ihren Toiletten bereits kostenlose Hygieneartikel wie Tampons oder Binden schon kostenlos an. Zuletzt hat die Universität Bonn ein Pilotprojekt gestartet. Die Mainzer Hochschulen sollten es diesen gleichtun,“ so Lauterbach weiter.

„Nicht alle Studierenden, die das Thema betrifft, können sich diese Produkte leisten,“ sagen Dietz und Lauterbach. Schätzungsweise 7% der entsprechenden Studierenden leiden deutschlandweit unter „Periodenarmut“: Ein normaler Zyklus kostet im Jahr rund 540€.

Zusätzlich kann das schambehaftete Thema Periode zu einer Abwesenheit von den Lehrveranstaltungen führen, die für Studierende häufig große Probleme mit sich bringen: nicht zuletzt durch Anwesenheitspflichten, die dadurch verletzt werden können und sich negativ auf den Studienverlauf auswirken können. Ein zusätzliches Problem, unter dem die betroffenen Studierende leiden ist die Unplanbarkeit, mit der die Monatsblutung einsetzt.

Weder suchen sich die betroffenen Studierenden aus, ob sie seine Periode bekommen, noch wann. In der Folge kann es sein, dass die Studierenden entsprechend unvorbereitet sind, wenn diese einsetzt. Ist dies der Fall und hat man zu diesem Zeitpunkt keine Hygieneartikel zur Verfügung, sind die Betroffenen oft genug gezwungen, nach Hause zurückkehren, und verpassen dadurch relevante Lehrinhalte.

„Die Betroffenen sollen nicht mehr beschämt zurück nach Hause laufen oder eine Kommilitonin um Hilfe bitte müssen. Wir wollen, zunächst mit Automaten auf den universitären Toiletten, in der Folge auch an anderen öffentlichen Plätzen, dafür sorgen, dass jede Frau selbstbestimmt mit ihrer Periode umgehen kann. Dazu gehört auch, dass das individuelle Hygieneprodukt von der Frau selbst ausgesucht werden kann,“ fordert Lauterbach.

Die Stadtratsfraktion hatte zur letzten Ratssitzung eine Anfrage bezüglich der Versorgung mit kostenlosen Hygieneartikeln in städtischen Einrichtungen gestellt.

„Es ist absolut positiv zu bewerten, dass viele Schulen sich diesem Thema angenommen haben . Dennoch sind wir gemeinsam gefordert, die Periode weiter zu entstigmatisieren.“ kommentierte Dietz. Schülerinnen, die ins Sekretariat der Schule müssen, um sich dort eine Binde oder einen Tampon aushändigen zu lassen, haben weiterhin eine enorm hohe Schwelle zu überwinden. „Wir begrüßen, dass es dies Angebote gibt, sprechen uns aber für einfachere Lösungsmöglichkeiten aus“, stellt Dietz klar.

„Eine große Verbesserung wäre es, wenn auch die Mainzer Hochschulen derartige Angebote zur Verfügung stellen würden: Eine mögliche Lösung wären Automaten für Periodenprodukte, an denen die Betroffenen diese kostenlos ziehen können – ein kleiner Schritt mit großer Wirkung“, urteilen Lauterbach und Dietz.