Kultur


Kulturticket und Museumsticket

Im kulturellen Bereich hat sich der AStA vor allem auf studentische Veranstaltungen auf dem Campus zu konzentrieren. Es ist nicht Aufgabe der Verfassten Studierendenschaft, Kulturangebote der Stadt Mainz (Theater, Museen etc.) mit studentischen Geldern zu subventionieren. Die Kombination von Zwangsfinanzierung und Gratiskultur ist außerdem ein Fehlanreiz für Kulturschaffende, da ihnen die verzerrten Preise keine Rückmeldung über den Zuspruch zu ihrer Arbeit geben. Der Nutzen, den einige Studenten durch den kostenlosen Theater- oder Museumsbesuch haben, kann kein Argument sein, da die Kosten anderer Formen der Freizeitgestaltung (z.B. Kino-, Stadionbesuch) nicht von der Allgemeinheit übernommen werden. Was wertvolle Kultur und eine sinnvolle Beschäftigung ist, kann nur subjektiv und ohne Einflussnahme des AStA entschieden werden. Wir lehnen deshalb die Einführung bzw. Ausweitung des Museums- und Kulturtickets ab.

Großveranstaltungen

Campus-Partys wie die SÖF und das AStA-Sommerfest sind ein Publikumsmagnet und sehr beliebt unter den Studenten. An ihrer Ausrichtung sollte grundsätzlich festgehalten werden. Inakzeptabel sind allerdings die immensen Kosten, die durch Fehlplanung und unklare Verantwortlichkeiten in der Vergangenheit entstanden sind. Der AStA ist keine Eventagentur und war in der Vergangenheit mit dieser Rolle massiv überfordert. Wir streben eine weitgehende Privatisierung der Durchführung an, und zwar nicht nur der möglichen Gewinne, sondern vor allem auch der finanziellen Risiken solcher Veranstaltungen. Bei der Auswahl von Kooperationspartnern, Getränken und Essen sollte die Erziehung von Studenten zu einem gesünderen und moralischeren Leben keine Rolle spielen, sondern vor allem auf die Wünsche der Festbesucher und eine solide Kalkulation geachtet werden.

Politische Bildung

Den gesetzlichen Auftrag, die politische Bildung unter den Studenten zu fördern, erreicht der AStA insbesondere durch die Organisation und Bewerbung von Veranstaltungen, wie etwa Vorträge und Diskussionsrunden. Dabei ist darauf zu achten, dass ein breites Spektrum politischer und weltanschaulicher Perspektiven einbezogen wird und der Meinungsaustausch nicht durch Tabus eingeschränkt wird. Wir halten es im Interesse der Meinungsfreiheit und Pluralität grundsätzlich für richtig, wenn auch Vertreter von Extrempositionen zu Wort kommen, solange deren Beiträge nicht unkommentiert dargestellt werden.

Einen Veranstaltungskanon, der (wie es in der Vergangenheit teilweise geschehen ist), die Themen Rassismus und Neonazismus als einzige Probleme in Deutschland darstellt, lehnen wir ab und wünschen uns stattdessen einen weiten, kritischen Blick auf alle Gruppierungen und Ideologien.