29.05.2014

Begründungen der Wahl-O-Meter-Antworten

Hier seht ihr unsere Antworten auf die Fragen, die ihr im Wahl-O-Meter beantwortet:

1. Seid ihr für eine Mitgliedschaft der Studierendenschaft der JGU im fzs (studentischer Dachverband)?
Nein
siehe unsere Stellungnahme zum fzs-Austritt.

2. Soll Linie 69 auch mit der Mainzelbahn erhalten bleiben?
Ja
zu Stoßzeiten ist davon auszugehen, dass auch mit der Mainzelbahn der Nahverkehr zwischen Hauptbahnhof und Uni ausgelastet sein wird. Die Linie 69 ist hier sinnvoll.

3. Soll das Semesterticket ausgeweitet werden?
Nein
Das Semesterticket hat bereits einen sehr großen und attraktiven Einzugsbereich. Eine Erweiterung würde die Studierenden teuer zu stehen kommen, die jetzt schon pro Semester fast 270 Euro zahlen.

4. Soll es ein erweitertes Kulturticket für Studierende in Mainz geben?
Nein
es besteht kein Bedarf, die Leistungen des Kulturtickets auszuweiten. Wir finden es nicht gerecht, dass alle Mainzer Studierenden für etwas bezahlen sollen, was einige wenige nutzen. Andere Freizeitaktivitäten wie Kino- oder Stadionbesuche werden auch nicht durch den Semesterbeitrag subventioniert. Was man für kulturell wertvoll hält, sollte jeder für sich selbst entscheiden können.

5. Unterstützt Ihr etwaige Bemühungen der JGU in einer weiteren Runde der Exzellenzinitiative?
Enthaltung
Die Uni Mainz hat bereits zweimal versucht, eine „Exzellenzuni“ zu werden. Ohne Erfolg. Der Vorteil einer solchen Anerkennung ist die spezielle Förderung. Den Nachteil sehen wir darin, dass sich dadurch der Fokus auf diese „Exzellenzfächer“ verengt, die gefördert werden. Deshalb eine Enthaltung.

6. Unterstützt Ihr die Mitgliedschaft der JGU in der German U15?
Enthaltung
Die Mitgliedschaft in der German U15 bringt kostet wenig und bringt wenig – wir lehnen eine solche Mitgliedschaft nicht ab, halten sie aber auch nicht für das wichtigste Projekt der Uni.

7. Unterstützt ihr die Forderungen nach einer „Grünen Mitte“ auf dem Campus?
Nein
Es gibt verschiedene Konzepte, die sich „Grüne Mitte“ nennen. Zum Teil ist damit alternatives Wohnen auf dem Campus gemeint, zum Teil geht es um Parkanlagen und Grünflächen. Wir verstehen die Forderung so, dass eine Art zentraler Park mit Grünflächen, Sitzgelegenheiten und Brunnen angelegt werden soll.

8. Unterstützt ihr den Fortbestand des Haus Mainusch?
Nein
Wenn das Haus Mainusch auf rechtlich einwandfreier Grundlage von interessierten Studierenden kostendeckend betrieben werden kann, ist dagegen nichts einzuwenden. Vielfältige Freizeit- und Bildungsangebote und studentisches Engagement sind immer zu begrüßen. Eine Finanzierung durch den AStA oder die Universität lehnen wir allerdings ab, weil eine solche Förderung sonst allen Hochschulgruppen zustehen müsste.

9. Wird sich ein AStA mit eurer Beteiligung an einem Bildungsstreik beteiligen?
Nein
Der AStA besitzt nach ständiger Rechtsprechung kein Mandat, um über die Hochschulpolitik hinaus allgemeinpolitisch aktiv zu sein. Ein AStA mit unserer Beteiligung würde bei Beachtung der Rechtslage daher nicht an Demonstrationen oder Kundgebungen teilnehmen, die in keinem direkten Zusammenhang zur Situation der Studierenden an der JGU stehen. Außerdem unterstützen wir die im Bildungsstreik vorgebrachten Argumente nur teilweise.

10. Unterstützt ihr eine Vergrößerung des vegetarischen und veganen Essensangebots in der Mensa auch wenn dafür die Preise ansteigen?
Enthaltung
Die Mensa hat die Aufgabe, besondere Essenswünsche zu berücksichtigen. Dazu gehören neben vegetarischer und veganer Kost z.B. auch Gerichte, die den islamischen Speisevorschriften entsprechen. Eine Initiative dazu haben wir bereits beim Studierendenwerk angestoßen. Wenn mit der Frage gemeint ist, dass die Preise insgesamt ansteigen, können wir dieses Vorhaben nicht unterstützen, da nicht alle Studenten die Sonderwünsche von EInzelnen zahlen sollen. Wenn allerdings nur das vegetarische und vegane Essen teurer wird, ist dagegen nichts einzuwenden.

11. Tretet ihr für eine Ausweitung der Wohnangebote des Studierendenwerks Mainz ein?
Nein
Wir sehen es als Aufgabe privater Investoren, für Wohnraum zu sorgen. Das Problem ist nicht, dass zu wenig öffentlich finanzierter Wohnraum geschaffen wird, sondern dass insgesamt nicht genügend Baugebiete ausgewiesen werden und somit der Wohnraum in Mainz verknappt wird.

12. Wird es mit eurer Unterstützung eine weitere Wohnkampagne geben?
Nein
Siehe Antwort zu Frage 9.

13. Unterstützt ihr die Forderung nach einem Mindestlohn für Studierende?
Nein
Die LHG steht dem gesetzlichen Mindestlohn generell kritisch gegenüber. Wir halten es nicht für die Aufgabe des Staates, Löhne festzusetzen. Gerade für Studierende ist der Nebenjob in der Regel ein zusätzliches Taschengeld, das neben BAföG oder Elternunterhalt das Portmonee auffüllt. Nur sehr wenige sind tatsächlich existenziell auf den Verdienst angewiesen. Eine ausnahmslose Einführung des Mindestlohns würde viele Nebenjobs für Arbeitgeber unrentabel machen und letztlich dazu führen, dass Studentenjobs und damit auch die Möglichkeit, Praxiserfahrung zu sammeln, wegfallen würden. Der Mindestlohn sollte gar nicht erst eingeführt werden – dann gäbe es auch keine Ungleichbehandlung.

14. Wird ein AStA mit eurer Beteiligung auch weiterhin seine Großveranstaltungen outsourcen?
Ja
Der AStA sollte große Events nicht selbst planen und finanzieren – dazu hat er nicht die Kapazität. Wichtig ist uns, dass die Veranstalter nicht nur den Gewinn erwirtschaften, sondern auch das finanzielle Risiko tragen, damit die Studierendenschaft nicht für die schlechte Planung externer Organisatoren bezahlen muss.

15. Unterstützt ihr das „festival contre le racisme“?
Nein
Das vom fzs organisierte „festival contre le racisme“ ist eine teure Selbstbeschäftigung für linke Gruppen. Rassisten werden dadurch nicht vom Rassismus abgehalten, weil sie solche Veranstaltungen nicht besuchen. Andere Projekte, wie z.B. Aufklärung in Schulen, sind zur Bekämpfung von politischem Extremismus wirksamer.

16. Unterstützt ihr die Aktionstage „gesellschaft – macht – geschlecht“?
Nein
Wir haben den Verdacht, dass diese Veranstaltung ebenfalls eine Selbstbespaßung der einschlägigen Gruppierungen ist – dafür sollte kein Geld aus dem Semesterbeitrag verwendet werden.

17. Unterstützt ihr die Einrichtung einer zentralen studentischen Stelle für Datenschutz an der JGU?
Ja
Ein solches Amt ist nötig, wie gravierende Datenschutzmängel in den vergangenen Jahren gezeigt haben.

18. Seid ihr für Studiengebühren?
Nein
Studierende generell mit Studiengebühren zu belasten, verringert Chancengerechtigkeit und Aufstiegsmöglichkeiten.

19. Seid ihr für Langzeitstudiengebühren?
Ja
Gut ausgestattete Hochschulen sind unerlässlich, wenn man es mit guter Bildung ernst meint. Wer die Regelstudienzeit erheblich überschreitet, ohne dass persönliche Umstände dies rechtfertigen, sollte sich an der Finanzierung beteiligen.

20. Unterstützt ihr den Aufzug-Umbau der Brücke am Friedrich-von-Pfeiffer-Weg?
Ja
Die Aufzuglösung ist die einzig sichere Alternative. Die Ampellösung ist verkehrstechnisch abenteuerlich und stellt ein hohes Risiko für Fußgänger dar. Hier sollte nicht gespart werden.

21. Seid ihr für eine Zivilklausel an der JGU?
Nein
Zivile und militärische Wissenschaft kann im Informationszeitalter kaum trennscharf unterschieden werden, da auch viele Forschungsergebnisse z.B. aus den Bereichen Informatik oder Robotik möglicherweise militärisch eingesetzt werden können. Ein Verbot von solchen „verdächtigen“ Projekten läuft der im Grundgesetz verankerten Wissenschaftsfreiheit zuwider. Im Übrigen halten wir es für notwendig, dass die Bundeswehr Deutschland militärisch verteidigt und zu diesem Zweck auf dem neuesten Stand der Technik ist. Es wäre sogar wesentlich bedenklicher, wenn die Bundeswehr auf Technik und Forschung aus nicht vertrauenswürdigen Staaten angewiesen wäre.

22. Soll es an der JGU mehr Werbung geben, z.B. Benennung von Hörsälen?
Enthaltung
Wir sind offen für Sponsoring und Werbeflächen an der Uni, solange das erträgliche Maß nicht überschritten wird. Wir fragen uns aber, ob das Beispiel „Benennung von Hörsälen“ ernst gemeint ist und es tatsächlich interessierte Investoren gibt. Wahrscheinlich entspringt dieses Szenario aber eher der Fantasie von Sponsoring-Gegnern.

23. Soll die Kameraüberwachung des Campus ausgeweitet werden um die Sicherheit zu erhöhen?
Nein
Auf keinen Fall. Es gibt schon jetzt eine umfassende Kameraüberwachung an der Uni, die in der Vergangenheit für Ärger gesorgt und nicht wirklich für mehr Sicherheit gesorgt hat. Statt den ganzen Campus zu filmen, sollte die Uni zur Erhöhung der Sicherheit der Studentinnen und Studenten auf bessere Beleuchtung und innovative Safewalk-Konzepte wie z.B. einen ehrenamtlichen Begleitservice setzen.

24. Soll die Anwesenheitspflicht in Vorlesungen und Seminaren abgeschafft werden?
Ja
Die Anwesenheitspflicht lehnen wir ausdrücklich ab, weil sie entmündigend ist und die Studenten nur zu körperlicher Anwesenheit zwingt, ohne dass die Vermittlung von Inhalten sichergestellt ist. Studenten sind erwachsene Menschen und keine Schulkinder.

25. Soll das Angebot an online verfügbaren Vorlesungen erhöht werden?
Ja
Die LHG fordert seit langem die Umsetzung von Livestreams, mit denen die Vorlesungen online verfolgt werden können. Solche Angebote wären innovativ und zeitgemäß. Leider ist die Umsetzung bisher an verschiedenen Hürden gescheitert – wir werden dieses Projekt weiter vorantreiben.

26. Soll der AStA in Zukunft von den Studierenden direkt gewählt werden?
Enthaltung
Die Studierendenschaft wählt bereits das StuPa, dessen Mehrheitsverhältnisse über die Zusammensetzung des AStA entscheiden. Wesentlich direkter kann der AStA unserer Meinung eigentlich nicht gewählt werden.
Wenn mit der Frage gemeint ist, ob die einzelnen Referentinnen und Referenten in Zukunft durch eine direkte Personenwahl bestimmt werden sollen: Warum eigentlich nicht?

27. Der AStA-Lumpenball soll weiterhin trotz Verlusten stattfinden.
Nein
Der AStA-Lumpenball war in den letzten Jahren nicht gerade ein Publikumsmagnet und auch deshalb besonders verlustreich. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass es in der Karnevalshochburg Mainz schon genügend Fastnachtsveranstaltungen gibt. Es ist und auch nicht ausreichend erkennbar, wodurch sich der Lumpenball von anderen Partys unterscheidet. Wären wir im AStA, würden wir auf den teuren Lumpenball verzichten und der Studierendenschaft so jedes Jahr viele tausend Euro sparen.

28. Die Parkraumbewirtschaftung der JGU kommt auch den Studierenden zu Gute.
Ja
Seit 2013 können Studierende für sehr kleines Geld eine Einfahrgenehmigung erwerben und auf dem Campus parken, ohne eine besondere Funktion oder ein Amt zu haben. Insofern profitieren von der neuen Parkraumbewirtschaftung nicht mehr nur einige wenige, was ein Schritt in die richtige Richtung ist.

29. Die Zimmerpreise in Studiwohnheimen müssen vom Mietanteil des BaFöG bezahlbar sein.
Enthaltung
Die Zimmerpreise in Studentenwohnheimen müssen vor allem die Kosten decken, damit es auf lange Sicht nicht zu Verschuldung und Instandsetzungsstau kommt. Diese Wahrheit sollte man ehrlicherweise aussprechen. Abgesehen davon sollten das Studierendwerk und andere öffentliche Betreiber bei der Planung von neuen Wohnheimen aber die finanziellen Möglichkeiten von Studenten beachten und keine Ausstattung vorsehen, die an der Situation von BAföG-Empfängern vorbeigeht.

30. Es müssen mehr Einkaufsmöglichkeiten auf dem Campus geschaffen werden.
Ja
Die Uni sollte im Interesse der Studierenden mit Unternehmen kooperieren, um das Angebot an Geschäften und Gastronomie auf dem Campus zu verbessern.